1. Wie werden Gewinne und Verluste verrechnet?

Die Gewinne und Verluste werden bei Steuerinländern nach jeder steuerpflichtigen Buchung automatisch verrechnet.

2. Was ist der Unterschied zwischen dem Aktien- und dem sonstigen Verlusttopf?

Realisierte Verluste aus Aktien werden in den Aktienverlusttopf eingebucht. Alle anderen Verluste aus Fonds, ETFs, Zertifikaten, Dividenden etc. werden in den Sonstigen Verlusttopf eingebucht.

Mit dem Aktienverlusttopf dürfen nur Gewinne aus Aktien verrechnet werden. Mit dem Sonstigen Verlusttopf dürfen alle Gewinne verrechnet werden.

Verluste aus der Veräußerung von Aktien sind nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechenbar. Gewinne aus Aktienverkäufen können hingegen mit allen anderen Verlusten im Bereich der Kapitalerträge verrechnet werden.

Wurden Aktiengewinne bereits mit dem allgemeinen Verlusttopf verrechnet, tritt eine Besonderheit auf: Dann müssen neue Aktienkursverluste mit diesen Aktienkursgewinnen verrechnet werden. Das hat zur Folge, dass die neuen Aktienverluste solange den allgemeinen Verlusttopf erhöhen, bis die bereits veranschlagten Aktiengewinne verrechnet sind. Erst danach werden Aktienverluste wieder dem Aktienverlusttopf gutgeschrieben.

3. Was ist eine „Ehegattenübergreifende Verlustverrechnung“ und wie kann ich davon Gebrauch machen?

Bei einer ehegattenübergreifenden Verlustverrechnung werden die Gewinne und Verluste aller Konten der beiden Ehepartner (unabhängig davon, ob es sich um ein Einzel- oder Gemeinschaftsdepots) handelt, miteinander verrechnet. Ehepaare können mit einem Freistellungsauftrag die ehegattenübergreifende Verlustberechnung beantragen. Die Verlustverrechnung wird einmal im Jahr zum Jahreswechsel im Rahmen der Steueroptimierung durchgeführt.